13. März 2017 Max

Modellbahn Wartung und Reinigung

Das Getriebe von Loks muss regelmäßig gewartet und gereinigt werden

Der Bau einer Modelleisenbahn ist eine teure Angelegenheit und das nicht zuletzt wegen der Miniaturlokomotiven. Diese kosten oft mehrere hundert Euro und sind wahre Wunder der Feinmechanik, deren Herstellung in Handarbeit erfolgt und deren Preis auch meist gerechtfertigt ist. Allerdings verschmutzen die Lokomotiven inbesondere bei häufigem Einsatz schnell und das feine Innenleben ist sehr anfällig für Staub. Will man an ihnen lange eine Freude haben, ist es daher wichtig, die Lokomotiven und damit auch die Gleise der Modelleisenbahn regelmäßig zu reinigen und zu warten. Doch bevor wir uns der Modellbahn Reinigung und Wartung widmen, brauchen wir dafür zunächst die geeignete Ausrüstung:

Das Werkzeug für die Modellbahn Wartung

Grundlegende Ausstattung

Den Großteil des notwendigen Werkzeugs besitzt man als Heimwerker ohnehin schon, aber für das Aufschrauben und sachgerechte Reinigen von Lokomotiven sei eine Reihe von Spezialwerkzeug empfohlen:

  • kleine Schraubenzieher (Kreuz- und Querschlitz, 1 – 3 mm Klingenbreite)
  • kleine Zangen aller Art
  • diverse Pinzetten
  • Feilen
  • kleine Steckschlüssel
  • ein Schraubengreifer
Modelleisenbahn Wartung und Modelleisenbahn Reinigung

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Die Notwendigkeit von Schraubenziehern, Zangen und Pinzetten erschließt sich wohl von selbst, Feilen sind auch immer gut um überstehende Metallkanten (z.B. von Ersatzteilen) abzurunden. Steckschlüssel sind nützliche Werkzeuge, um Gestängeschrauben bei Lokomotiven zu lösen, anders kommt man da oft nicht hin. Und mit Schraubengreifern kann man auch winzige Schrauben relativ komfortabel wieder einsetzen. Über diese Standardwerkzeuge hinaus empfiehlt sich für die Reinigung der Gleise ein Handstaubsauger, denn man will ja nicht gleich den ganzen Bahnhof beim Putzen abräumen. Das Staubsaugen der Gleise sollte regelmäßig geschehen, denn diese verstauben recht schnell und dieser Staub sammelt sich dann in Lokomotiven und Waggons an.

Fortgeschrittene Ausstattung

Modelleisenbahn Reinigung und Modelleisenbahn Wartung mit einer Lötstation.

Anzeige: Eine Lötstation kann für die Modellbahn-Wartung sinnvoll sein.

Wer eine größere Anlage betreibt oder plant, wird recht häufig Wartungsarbeiten durchführen. Hier kann eine Lötstation eine sinnvolle Investition sein, denn wenn man Reparaturen an der Lokelektronik durchführen, beispielsweise Lampen wechseln, will, kommt man kaum um das Löten herum. Dann jedes Mal zum Fachmann zu laufen kann auf Dauer teuer werden, so kann sich die Anschaffung so einer Lötstation durchaus lohnen. Außerdem sehr interessant für Modelleisenbahner ist die Anschaffung einer Minibohrmaschine, die dann sowohl in der Reinigung von schwer zugänglichen Stellen, als auch beim Anlagenbau allgemein ihre Anwendung findet. Diese sind gar nicht teuer und es gibt auch praktische batteriebetriebene Modelle.

Will man sich die Reinigung von Bauteilen noch weiter vereinfachen, könnte ein Ultraschallreiniger interessant sein. Diese Geräte sind beispielsweise für Uhren und Schmuck bereits sehr beliebt. Man kann den zu reinigenden Gegenstand in ein Wasserbad stellen, wo er dann durch Schallwellen innerhalb von Minuten gereinigt wird. Will man darin eine Lokomotive reinigen, sollte man aber vorher die Elektronik entfernen.

 

Lokomotiven Wartung

Wenn eine Lokomotive nicht mehr ganz rund läuft oder plötzlich das Stottern anfängt, wird es höchste Zeit, sie gründlich zu reinigen. Das merkt man meist besonders bei langsamen Geschwindigkeiten. Allgemein wird das meist nach 50-100 Laufstunden empfohlen, Details kann man der beiliegenden Betriebsanweisung entnehmen.

Da wir ja nun mit dem oben beschriebenen Werkzeug ausgestattet sind, steht der Modellbahn Reinigung nichts mehr im Wege. Doch wie geht man vor? Abgesehen von der grundsätzlichen Sauberkeit gibt es gewisse neuralgische Punkte, wo die meisten Probleme entstehen: Auf dem Weg des Stroms bis zum angetriebenen Rad. Allen Lokomotiven ist gemein, dass sie den Strom aus den Schienen entnehmen – bei H0-Märklin-Loks geschieht das über den Mittelschleifer, bei allen anderen über die Räder. Der Strom fließt gegebenenfalls über einen Digitaldecoder in den Motor, von wo aus er umgewandelt in Antriebskraft über das Getriebe zurück in die Räder fließt.

Modellbahn Reinigung und Modellbahn Wartung mit Schienenreinigungswagen von t

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Reinigung von Rädern und Schienen

Der erste Wichtige Punkt ist also die Reinigung der Räder. Dafür kann man Waschbenzin einsetzen, dass sich mit Wattestäbchen gut dosieren lässt. Allzu großzügig sollte man hier nicht sein, denn das aggressive Benzin greift das Material auf Dauer an. Wichtig ist also auch, dass es möglichst wenig Reinigungsbedarf gibt – wenn man seine Schienen sauber hält, hat man schon fast gewonnen, und das geht ganz einfach: Eine praktische Alternative zum Staubsauger sind Spezialwaggons in der Anlage, sogenannte Schienenreinigungswagen. Diese kann man wie jeden anderen Waggon auch über die Anlage fahren lassen und sie reinigen die Schienen unauffällig nebenher. Außerdem sehr zu empfehlen sind Gleis-Rubber, bei denen muss man aber selbst Hand anlegen. Bei Märklin-Lokomotiven sollte man zudem den Schleifer überprüfen. Der sollte weder golden durchschimmern, noch deutliche Riefen besitzen. Ansonsten ist er abgenutzt und sollte bei Zeiten gewechselt werden.

Im Motor selbst fallen selten Wartungsarbeiten an, denn diese sind in der Regel recht langlebig. Viele Motoren enthalten aber Motorkohlen, die mit der Zeit abnutzen können. Ein Zeichen dafür ist beispielsweise ein erhöhter Stromverbrauch, was digitalen Bauteilen schaden kann. Spätestens dann sollte man über einen Austausch der Kohlen nachdenken.

Modellbahn Wartung: Getriebe der Lokomotiven

Lokomotiven Modelleisenbahn Wartung Schmiermittel

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Der abschließende Teil der Lokwartung beschäftigt sich mit dem Getriebe. Hier ist auf jeden Fall ein Schmiermittel notwendig, aber es scheiden sich die Geister, welches man dafür hernehmen soll. Die Originalprodukte der Hersteller sind oft überteuert, dafür ist man damit auf der sicheren Seite. Eine gute Alternative ist beispielsweise Nähmaschinenöl, das ist recht günstig und bestens geeignet. Wer es ganz exotisch mag, kann sich auch überlegen, mit Fett zu schmieren, allerdings sollte man dafür ein sehr weiches Fett nehmen. Aber grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr! Man sollte immer nur sehr sparsam dosieren, denn für das filigrane Getriebe ist das mehr als ausreichend. Wenn man aber eine Überdosis erwischt, verbreitet sich das ganze Öl in der Lok und auf den Schienen und zieht Staub an. Den bekommt man dann nur noch schlecht wieder weg. Außerdem kann es dann schon mal passieren, dass die Lok nicht mehr vorwärts kommt und ihre Räder durchdrehen. Die Dosierung des Öls gelingt beispielsweise durch eine Stecknadel.

Abschließend kann man dann noch Lämpchen, Kupplungen und Spezialausstattungen wie Lautsprecher und Rauchgeneratoren überprüfen und die Generalüberholung einer Lokomotive ist damit abgeschlossen. Mit etwas Übung und der richtigen Ausstattung dauert das gar nicht so lange und trägt erheblich zum (Wert-)Erhalt des Spielzeugs bei. Ein Hinweis zum Abschluss: Diese Anleitung sollte eigentlich allgemeingültig für Lokomotiven sein, aber einen definitiven Aufschluss kann nur die Betriebsanweisung des Herstellers geben. Dort sollte sich alles zur Modellbahn Wartung finden lassen, auch die Beschaffung von Ersatzteilen. Viel Erfolg!

Beitragsbild: Das Getriebe von Loks muss regelmäßig gewartet und gereinigt werden

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