6. März 2017 Max

Übersicht über die wichtigsten Modellbahn Spurweiten

Maßstäbe H0 und Z im Vergleich.

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Modelleisenbahn Spuren. Die Wahl der richtigen Spurweite (korrekter gesagt: Nenngröße) ist wohl die erste große Entscheidung, die man bei der Planung einer Anlage treffen muss. Daher werden die verschiedenen Maßstäbe hier mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt. Außerdem geht es darum, welche Modellbahn Spurweiten am besten für Dich geeignet sind.

Modellbahn Spur H0

Spur H0 (im englischsprachigen Raum auch Spur 00 genannt) ist der am weitesten verbreitete Maßstab für Modelleisenbahnen. Wer eine Modellbahnausstellung oder -messe besucht, wird hauptsächlich diese Spurweite antreffen, außerdem sind die meisten Starterpackungen heute in dieser Größe. Die meisten Anfänger beginnen also mit H0, ohne sich vorher groß mit Alternativen auseinandergesetzt zu haben. Allerdings ist H0 nicht für jedem Modellbahner ideal:

Der Maßstab von H0 ist 1:87 (16,5 mm Spurweite), das bedeutet dass eine Lokomotive, die im Original eine Länge von zehn Meter hat, im Modell etwa 11,5 cm lang ist. Das klingt erst mal nicht so wild, aber wenn man bedenkt dass originale Züge oft eine Länge von mehreren hundert Metern haben, ist man bei der eigenen Modellbahn schnell bei mehreren Metern angelangt und dann ist der Zug plötzlich genauso lang wie das Zimmer, das man eigentlich für die Anlage vorgesehen hat. Wenn man H0 als Spurweite wählt, muss man also entweder genügend Platz zur Verfügung haben, oder etwas minimalistischer an die Sache herangehen. Doch auch mit kürzeren Zügen lassen sich atmosphärische Anlagen betreiben, also keine Sorge.

Doch der Platzbedarf ist eigentlich schon der einzige Nachteil von H0. Mit diesem Maßstab ist man meistens auf der sicheren Seite, denn das Angebot ist hier im Vergleich zu den anderen Modelleisenbahn Spuren am Größten: Alle großen Hersteller bieten hier Zubehör an und man findet meist auch Vorlagen und Material für ausgefallenere Motive. Zudem hat die Größe der Modelle auch einen entscheidenden Vorteil: Sie sind leichter zu handhaben, robuster und auch weniger anfällig für Staub und Verschleiß. Außerdem sind H0-Modelle oft detailreicher verziert als die Exemplare kleinerer Spurweiten.

Abschließend kann man also sagen, dass die Spur H0 für die meisten Modellbahner wohl die beste Wahl ist. Sie ist durch die vielen verfügbaren Starterpackungen einsteigerfreundlich und wird von allen großen Marken unterstützt. Wer aber wenig Platz zur Verfügung hat, sollte einen Blick auf die alternativen Modelleisenbahn Spurweiten werfen, beispielsweise Spur N:

 

Modellbahn Spur N

Der Maßstab von Spur N ist 1:160, das heißt dass unsere zehn Meter lange Lokomotive hier nur noch etwas mehr als 6 cm lang ist. Alle Einzelbestandteile der Anlage sind also etwa halb so groß wie bei H0, was bedeutet dass man auf einer gleich großen Anlage etwa viermal so viel unterbringt. Auf diese Weise kann man mithilfe von Spur N eigentlich sehr platzintensive Ideen auch auf wenig Raum umsetzen.

Ein kleiner Nachteil von Spurweite N ist das etwas kleinere Angebot im Vergeich zu H0. Für Gleise und Züge hat man hier die Wahl zwischen den Anbietern Fleischmann, Trix und Kato und das ist eigentlich kein Problem. Aber sobald es an die Dekoration der Anlage zum Beispiel mit Gebäuden oder Autos geht, ist die Auswahl schon ein wenig eingeschränkt. In den meisten Fällen wird die Auswahl zwar ausreichen, aber bei spezielleren Ideen kann es eben sein, dass man nicht mehr genau das findet was man sucht.

Ein weiteres Problem von Spur N ist, dass sie relativ wartungsintensiv ist. Die kleinen Loks haben oft schon mit kleinen Staubflusen zu kämpfen und sind nicht ganz so unproblematisch in der Handhabung wie bei H0. Außerdem muss hier relativ filigran gearbeitet werden, zum Beispiel beim Bemalen von Gebäuden oder dem Pflanzen von Bäumen. Der kleinere Maßstab ist hier nicht unbedingt jedermanns Sache und besonders für Kinder eher weniger geeignet.

Spur N sei jedem empfohlen, der große Ambitionen auf wenig Raum verwirklichen will. Das kleinere Angebot ist meist kein großes Problem, denn im Notfall kann man auch einfach improvisieren. Nur sollte man sich über den etwas größeren Wartungsaufwand und die filigraneren Bauteile bewusst sein.

 

Weitere Modelleisenbahn Spuren

Es gibt noch eine ganze Reihe von weiteren Nenngrößen, die jedoch alle nicht so verbreitet sind wie N und H0. Für Einsteiger kommen sie meist nicht infrage, denn das Angebot ist hier viel kleiner; Die meisten Hersteller fokussieren sich auf die beiden oben genannten Maßstäbe. Der Vollständigkeit halber seien sie hier trotzdem erwähnt, denn bei Liebhabern und in Modellbahnclubs spielen sie doch eine gewisse Rolle.

Spur Z

Spur Z ist mit einem Maßstab von 1:220 die kleinste unter den handelsüblichen Modelleisenbahn Spuren. Der Vorteil von Spur N, dass man auf wenig Platz viel unterbringen kann, gilt hier also noch viel mehr. Das gleiche gilt aber auch für die Nachteile, insbesondere beim Angebot ist man hier ziemlich beschränkt. Der einzige große Anbieter für Züge und Gleise ist hier Märklin; Bei Dekorationen sieht es noch viel schlechter aus. Außerdem sind in so kleinem Maßstab langsame Geschwindigkeiten kaum mehr umsetzbar und es treten Probleme bei der Stromaufnahme auf. Wer allerdings Gags wie die Modellbahnanlage im Koffer realisieren will, ist mit Spurweite Z gut beraten.

Spur TT

Der Maßstab der Spurweite TT ist 1:120 und liegt damit genau zwischen N und H0. Eigentlich ist diese Größe damit ein guter Kompromiss und vereinigt die Vorteile beider Nenngrößen. Das Problem ist hier das Angebot, da dieser Maßstab hauptsächlich auf dem Gebiet der ehemaligen DDR verbreitet war und seit der Wiedervereinigung eher verdrängt wurde. Wer also nicht gerade eine TT Anlage geerbt hat und jetzt daran weiterbauen möchte, sollte sich lieber zwischen N und H0 entscheiden.

Spur 0

Mit einem Maßstab von 1:45 (oder 1:43,5, je nachdem wen man fragt) sind Eisenbahnen der Spur 0 noch um einiges größer als bei H0. Damit eignet sie sich kaum noch für die heimische Anlage und auch das Angebot ist dementsprechend dürftig. In Kennerkreisen erlebt sie allerdings in den letzten Jahren ein steigendes Interesse, da Fahrdynamik und Detailreichtum der Modelle unerreicht sind.

Spur II

Mit einem Maßstab von 1:22,5 ist Spur II die größte der hier vorgestellten Modelleisenbahn Spuren. Aufgrund des damit einhergehenden Platzbedarfs ist sie natürlich sehr schlecht als Anlage im eigenen Zimmer geeignet. Spur II ist trotzdem recht weit verbreitet, nämlich als Gartenbahn. Gartenbahnen sind wetterfeste Anlage, die bei Bedarf auch teilweise auf- und wieder abgebaut werden können. Abhängig von der Witterung fällt bei solchen Gartenbahnen ein erhöhter Pflegebedarf an, allerdings kann das auch ein schönes Familienprojekt sein wenn man über die entsprechende Fläche im Garten verfügt.

Schmalspurbahnen

Von Größe H0 gibt es auch die Schmalspurableger H0m, H0e und H0f, die dann bei gleichem Maßstab Spurweiten von 12 bzw. 9 oder 6,5 mm haben. Vorbild können hier Schmalspurbahnen der Alpen oder Privatbahnen sein. Dadurch dass hier normales H0 Rollmaterial natürlich nicht mehr fährt, ist das Angebot aber wiederum sehr stark eingeschränkt. Die Schmalspurbahnen sind also eher für Experten interessant.

 

Die nächsten Schritte

Hat man sich für eine der Modellbahn Spurweiten entschieden, kann man mit den nächsten Schritten beginnen, beispielsweise Überlegungen zu den Herstellern und der Epoche der Modelleisenbahn. Außerdem ist es nie verkehrt, Ideen und Anregungen für die eigene Anlage zu sammeln, die gibt es zum Beispiel hier. Mehr Informationen über die Spurweiten und auch alle anderen Themen rund um Modelleisenbahnen gibt es in der einschlägigen Literatur, ein paar ausgewählte Bücher werden hier vorgestellt.

 

 

Beitragsbild: Maßstäbe H0 und Z im Vergleich [Quelle: Von Uli K aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6820701]

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