7. März 2017 Max

Die Marken

In Deutschland konnten sich eine ganze Reihe von Marken in der Modelleisenbahnbranche etablieren. Es ist in den meisten Fällen nicht notwendig, einer Marke treu zu bleiben, aber trotzdem kann ein Blick auf die verschiedenen Hersteller ganz interessant sein:

Märklin

Märklin ist mit Abstand der bekannteste und größte Hersteller von Modelleisenbahnen in Deutschland (und in Europa). Kein Name ist so sehr mit der Modelleisenbahn verbunden wie der schwäbische Konzern, und das schon seit vielen Jahrzehnten. Gegründet wurde Märklin im Jahr 1859, mit der Jahrhundertwende wurde dann mit der Produktion von Modelleisenbahnen begonnen. Die lange Geschichte des Herstellers führte auch dazu, dass alte Zugmodelle mit der Zeit zu begehrten Sammlerobjekten wurden und heute teilweise hoch gehandelt werden. In dieser Tradition stellt Märklin auch heute noch viele streng limitierte Sondermodelle her.

Die Firma ist nicht nur Inbegriff der Modelleisenbahn, sondern auch Markführer bei Spur H0. Inbesondere bei den Starterpackungen kommt man kaum um Märklin herum und auch bei den Gleisen, Loks und Waggons ist die Firma überall präsent. Wichtig für Modelleisenbahner ist hier, dass Märklin als einziger Hersteller bei Spurweite H0 auf das Mittelleiter-System setzt, bei dem die Lokomotive Strom über einen mittigen Leiter am Gleis bezieht. Dies ist nicht kompatibel mit dem Zweileitersystem aller anderen Anbieter, wo der Strom über die beiden Schienen läuft.

Märklin ist auch der einzige größere Anbieter von Gleisen und Rollmaterial für Spur Z in Deutschland. Trotzdem musste Märklin im Jahr 2009 Insolvenz anmelden, wurde jedoch saniert und 2013 von einem größeren Spielwarenkonzern übernommen. Es besteht also kein Grund mehr zur Sorge über die Zukunft der Marke.

Fleischmann

Genauso wie Märklin die große Marke für H0 Eisenbahnen ist, ist der Name Fleischmann untrennbar mit Spur N verbunden. Der traditionsreiche Hersteller produziert auch in Größe H0, allerdings ist das Sortiment doch eher auf Spur N ausgerichtet und da es dort insgesamt weniger Angebot gibt, kommt man hier um den Hersteller kaum herum. Fleischmann steht für Beständigkeit und baut seit 1938 Miniatureisenbahnen. Seit 2008 gehört die Firma dem Eigentümer des österreichischen Modellbahnherstellers Roco und musste 2015/16 ein Insolvenzverfahren durchmachen.

Das Image der Marke ist eher etwas altbacken, beispielsweise beim Design oder auch der Produktpalette, die sich auf historische Modelle konzentriert. Gleichzeitig ist die Marke aber auch dafür bekannt, Produktlinien sehr lange zu unterstützen. Das Sortiment ist recht stark auf deutsche Modelle ausgerichtet, hier gilt der alte Wahlspruch „Die Fleischmann-Bahn, das präg Dir ein, ist die Bundesbahn in klein“.

Der Firmensitz und Produktionsstandort ist in Mittelfranken unweit von Nürnberg. Dort gibt es im Verkehrsmuseum auch eine Demonstrations-Anlage von Fleischmann, genauso wie in Schwabach.

Roco

Die österreichische Firma Roco ist der drittgrößte Modelleisenbahnhersteller in Europa. Seit der Zusammenarbeit mit Fleischmann konzentriert sich Roco fast ausschließlich auf Spur H0, aber auch Zubehör für TT wird hergestellt. Erst in den siebziger Jahren gelang der Firma der Einstieg in den europäischen Modellbahnmarkt, jedoch mit großem Erfolg. Wie eigentlich alle Modellbaufirmen fand Roco sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in wirtschaftlichen Schwierigkeiten wieder und ging 2005 insolvent. Die Firma konnte aber wieder saniert werden. Die Fertigung bei Roco findet in Österreich, Rumänien und der Slovakei statt.

2017 präsentierte Roco gemeinsam mit Fleischmann das neue Z21 Digitalsystem. Hier erfolgt die Steuerung der Züge durch ein Smartphone oder Tablet und bei geeigneten Lokomotiven wird auch die Lokführerkamera unterstützt. Das System stellt eine Weltneuheit dar und es sind auch praktische Einsteigerpackungen zu erwerben.

Piko

Piko ist ein Modelleisenbahnhersteller aus der ehemaligen DDR, der nach dem zweiten Weltkrieg als volkseigener Betrieb gegründet wurde. Heute ist die Firma privatisiert und gilt als der viertgrößte Hersteller in Deutschland, produziert wird in Thüringen und China. Das Sortiment von Piko konzentriert sich auf H0 und und die Gartenbahn G (oder II), aber auch Züge für die Maßstäbe N und TT werden hergestellt. Interessant ist vielleicht auch der Tag der offenen Tür, zu dem der Hersteller alle zwei Jahre seine Türen öffnet.

Piko stellt Lokomotiven für das Drei- und Zweileitersystem her und gliedert sein Angebot in drei Kategorien: „Classic“ ist hochpreisig und für Sammler gedacht, „Expert“ sind detaillierte Exemplare für anspruchsvolle Modellbahner und „Hobby“ setzt in erster Linie auf robuste und preiswerte Modelle. Der Hersteller fokussiert sein Sortiment besonders auf zeitgenössische Eisenbahnen, aber auch Dampflokomotiven kann man dort finden. Die Preise sind dabei im Vergleich zu anderen Anbietern relativ günstig.

Trix

Die Firma Trix kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, wurde aber 1997 von Märklin übernommen. Seitdem gibt es die Firma zwar nicht mehr, aber die Marke existiert weiterhin und wird nun in Ergänzung zum Märklin-Sortiment geführt. Das bedeutet, dass sich das Sortiment auf Gleis H0 mit Gleichstromtechnik (Märklin arbeitet ja mit Wechselstrom), sowie mit der Marke „Minitrix“ auf Spur N konzentriert. Bei der Digitaltechnik ist schon am Design ersichtlich, dass das Angebot hier mit Märklin Hand in Hand geht.

 

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Modelleisenbahnhersteller, besonders im Ausland, aber die hier genannten Hersteller sind die bekanntesten und beliebtesten in Deutschland und werden für Einsteiger daher am interessantesten sein.

 

 

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