28. März 2017 Max

Der Modellbahn Unterbau – Modelleisenbahn Bauen, Teil I

Für den Modellbahn Unterbau gibt es zwei Möglichkeiten. Wie schon bei den Anlagenformen angedeutet, hat man die Wahl zwischen einer Plattenbauweise und der offenen Rahmenbauweise. Während die Plattenbauweise recht einfach und intuitiv umzusetzen ist, hat man bei der Rahmenbauweise viel mehr Möglichkeiten und arbeitet effizienter. Darüber hinaus wir von der Firma Noch auch ein Steckverbindungssystem angeboten, mit dem der Geländebau einfach von der Hand geht. Das ist mit beiden Varianten kompatibel. Hier gibt es die Möglichkeiten für den Unterbau im Überblick:

Die Plattenanlage

Eine Plattenanlage muss hier wohl nicht ausführlich erklärt werden: Man stellt eine Platte beliebiger Größe auf Stützen und erhält damit eine Art Tisch, auf dem man drauf los bauen kann. Die Gleise kann man auf die Holzplatte kleben, sobald die endgültige Position feststeht (nicht nageln, das beschädigt die Gleise) und das Gelände kann man danach je nach Bedarf mit Styropor und Spachtelmasse grob formen. Und dann ist man auch schon fertig.

Auf diese Weise lassen sich viele Anlagenformen realisieren: Rechteck, Wandanlage und die L-Form sowieso. Schwierig wird es nur bei Schattenbahnhöfen und sobald auf mehreren Ebenen gefahren werden soll. Höhere Ebenen sind durch den Einsatz von Sockeln zwar prinzipiell möglich, aber spätestens bei tieferen Ebenen wird es problematisch. Auch die Gestaltung von Tunneln ist aufwendig und der Materialverbrauch bei komplizierteren Geländeformen ist allgemein recht hoch. Und beim Verlegen von Leitungen muss man die Kabel dann entweder quer über die Platte führen oder ständig Löcher bohren.

Grundsätzlich hat die Plattenanlage einige Vorteile, denn sie ist schnell aufgebaut und die Ausgestaltung kann damit recht bald beginnen. Bei ehrgeizigeren Plänen empfiehlt sich aber der Blick auf die offene Rahmenbauweise, denn mit der hat man viel mehr Möglichkeiten. Doch der Modellbahn Unterbau in Plattenbauweise kann durchaus gelingen, kombiniert man ihn mit dem Noch Terraform-System:

Modellbahn Unterbau mit Noch Terraform

Eine weitere Option für den Geländeunterbau sind die Gerüst-Bausätze der Firma Noch. Diese laufen unter dem Namen Terraform und können eine große Hilfe bei der Unterkonstruktion sein. Durch Steckverbindungen aus Holzstäbchen lässt sich das Gelände vorformen und die Trassen können damit ebenfalls befestigt werden. Die Ausgestaltung des Geländes erfolgt dann auf Panzerkarton, der an den entstandenen Gittern befestigt wird. So kann man zum Beispiel schnell und ohne große Mühe Berge erschaffen. Mehr zu Noch Terraform gibt es in diesem Beitrag. Erhältlich ist das System im Fachhandel, beim Hersteller selbst und auch auf Amazon

Modellbahn Unterbau mit offener Rahmenbauweise

Wie der Name schon suggeriert, besteht die Unterkonstruktion hier aus Holzrahmen. Das Vorgehen ist grundsätzlich ähnlich wie bei der Plattenbauweise, denn man benötigt Stützen, die bis an die vorgesehene Höhe der Anlage heranreichen. Wenn die Anlagenhöhe bedingt durch die Landschaft nicht überall gleich ist, kann man schon vorher in die Berechnungen einfließen lassen. Die Stützen werden dann durch Quer- und Längsspanten verbunden, sodass eine rahmenartige Konstruktion entsteht, die man dann noch mit Querstreben festigen kann. Dadurch sollte man eine stabile Konstruktion erhalten, auf der dann nach und nach die Modellbahnanlage entstehen kann.

Vor- und Nachteile

Offener Rahmenbau, Modellbahn Unterbau, Modellbahn Unterkonstruktion

Beispiel für eine Unterkonstruktion aus Holzrahmen (Quelle: http://www.moba-tipps.de/index.html)

Die Rahmenbauweise hat mehrere Vorteile: Die Konstruktion von mehreren Ebenen ist jetzt möglich und diese sind dann später auch problemlos von unten zugänglich. Das erleichtert den Bau der Anlage, aber mehr noch die spätere Wartung. Bei der Umsetzung interessanter Geländeformen spart man sich Material und hat dadurch letztendlich eine leichtere Anlage. Und es besteht die Möglichkeit, nun im Untergrund Schattenbahnhöfe zu bauen. Ein Schattenbahnhof ist sozusagen ein Parkplatz für Züge, wo diese abgestellt, teilweise gewendet und wieder neu auf die Anlage verteilt werden können. Er hilft, den Zugbetrieb abwechslungsreicher zu gestalten und Ordnung in die Abläufe bei größeren Anlagen zu bringen.

Stichsäge von Bosch für den Modellbahnanlagenbau

Anzeige: Mit einer Stichsäge kann man die Spanten selbst zuschneiden.

Der Nachteil der Spantenbauweise ist der größere Aufwand und die im Regelfall höheren Kosten. Denn die Spanten müssen alle zurechtgesägt werden, entweder man engagiert dafür einen Fachmann oder legt sich eine gute Stichsäge zu. Auch der planerische Aufwand ist bei der Rahmenbauweise höher (was aber auf der Hand liegt, da man so auch komplexere Anlagen verwirklichen wird). Ein gutes Gleisplanungsprogramm kann hier helfen, indem es die erforderlichen Maße gleich mit ausgibt.

Weiteres Vorgehen

Der nächste Schritt ist der Bau der Trassen, für Gleise und Straßen gleichermaßen. Diese werden als zurechtgesägte Sperrholzstreifen eingefügt. Dafür ist es wichtig, dass die Spanten bereits an den richtigen Stellen Aussparungen haben. Es bietet sich an, die Gleistrassen mit einem seitlichen Fangzaun auszustatten (Nägel mit darumgewickelten Stoffband), oder eine alternative Absturzsicherung zu bauen. Denn die Züge sind ja teuer und sollen nicht auf dem harten Boden landen, falls sie mal entgleisen sollten.

Danach kann mit dem Verlegen der Gleise begonnen werden, anschließend folgt dann die grobe Gestaltung des Geländes. Viele weitere interessante Informationen und einen ausführlichen Baubericht für einen Modellbahn Unterbau in Rahmenbauweise gibt es auf moba-tipps.de!

Materialien und Arbeitstechniken für die Unterkonstruktion

Natürlich kommt als Material für beide Konstruktionsvarianten in erster Linie Holz infrage. Wählt man die Plattenbauweise, benötigt man eine Holzplatte in der gewünschten Größe mit mindestens 14 mm Stärke. Infrage kommt dafür in der Regel eine Sperrholzplatte, Spanplatten sollte man aufgrund der geringen Festigkeit nicht verwenden. Es empfiehlt sich, die Festigkeit durch hochkant unterlegte, verschraubte Dachlatten zu erhöhen. Für die Stützen eignet sich Rechteckleiste mit 6*8 cm Querschnitt. Langfaseriges Holz sollte man wegen seiner Neigung zum Verdrehen vermeiden.

Bosch Professional Akkubohrschrauber

Anzeige: Ein Akkubohrschrauber ist ein nützliches Werkzeug beim Anlagenbau

Die Stützen bei der offenen Rahmenbauweise müssen nur 4*4 cm dick sein, damit ein stabiles Gerüst entsteht, dafür brauchen wir hier ja auch mehr davon. Der Gitterabstand sollte dafür in etwa 50 cm betragen. Die Spanten können aus Sperrholz sein, auf ihnen ruht ja dann nur die Landschaft, die ohnehin größtenteils aus Styropor oder einer Drahtkonstruktion besteht (also nicht massiv ist. Mehr dazu hier).

Verbindungen sollten allgemein immer geschraubt werden, Nageln und Kleben ist hier zu schwach. Leim kann dann noch unterstützend verwendet werden. Zulegen sollte man sich in jedem Fall einen Buchbinderleim, der beim Trocknen elastisch bleibt. Diesen kann man dann auch beim Verkleben der Schienen und vielen weiteren gestalterischen Tätigkeiten verwenden.

 

Die nächsten Schritte beim Modellbahn Bau

Steht der stabile Modellbahn Unterbau, kann man zum Verlegen der Gleise übergehen. Das geschieht am Besten noch vor dem Formen des Geländes, da dann noch alles zugänglich ist. Bei den Gleisen ist eine Geräuschdämmung empfehlenswert, insbesondere in den unsichtbaren Teilen der Anlage. Das geschieht in der Regel durch Korkstreifen. Arbeitet man mit bettungslosen Gleisen, ist der Kork gleichzeitig die Bettung und muss per Hand eingeschottert werden. Mehr dazu gibt es im nächsten Artikel

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