31. März 2017 Max

Gleise einschottern und Geräuschdämmung – Modellbahn Bau, Teil II

Nachdem die Unterkonstruktion der Anlage steht, ist es nun an der Reihe, die Gleise zu verlegen. Abhängig davon, ob es sich hier um Gleise mit oder ohne feste Bettung handelt, müssen diese auch noch eingeschottert werden. Zusätzlich zum Einschottern per Hand gibt es noch die Möglichkeit, fertige Bettungen einzusetzen. Doch zunächst geht es um die Geräuschdämmung, denn unnatürlich laute Fahrgeräusche schaden der Atmosphäre einer Modellbahnanlage. Sobald die Geräuschdämmung steht, kann mit dem Gleise einschottern begonnen werden.

Geräuschdämmung

Verlegt man die Gleise direkt auf den Holzplatten, erzeugen die Züge beim Fahren sehr laute Geräusche, dabei ist es egal ob es sich um Gleise mit oder ohne feste Bettung handelt. Das gilt es zu vermeiden, insbesondere bei den unterirdisch verlegten Gleisen, zum Beispiel im Schattenbahnhof. Denn wenn man die Züge nicht sieht, will man sie auch nicht hören. Für eine effektive Geräuschdämmung gibt es mehrere Optionen:

  1. Korkstreifen: Am weitesten verbreitet ist das Material Kork. Korkplatten sind günstig online oder im Baumarkt erhältlich und leicht zurechtzuschneiden. Alternativ sind auch bereits zugeschnittene Korkbettungen, z.B. von Noch erhältlich. Die Streifen werden auf die Holztrassen geklebt und darauf können dann die Gleise verlegt werden. Der Nachteil von Korkbettungen ist, dass sie den Schall nicht ganz so gut isolieren, wie andere Varianten.
  2. Schaumstoff: Dieser wirkt besser Geräuschdämmend als Kork und ist auch noch günstiger. Allerdings ist Schaumstoff anfällig gegen UV-Licht und daher die Verwendung eher problematisch auf der Anlage. Guten Gewissens kann man ihn nur im Untergrund einsetzen, wo kein Licht hinkommt. Erhältlich ist er ebenfalls online oder im Baumarkt.
  3. Moosgummi: Dieses Material bietet die optimalen Eigenschaften für die Geräuschdämmung, ist aber teurer. Erhältlich sind Moosgummiplatten ebenfalls online, sowie im Fachhandel. Es bleibt jedem Modellbahner selbst überlassen, ob er in Moosgummibettungen investiert, oder beim günstigeren Kork bleibt.
  4. Fertige Bettungen: Das ist natürlich nur eine Option für bettungslose Gleise. Der Hersteller Noch bietet fertige Gleisbettungen von der Rolle an, die man dann nach Lust und Laune verlegen und abschneiden kann. Diese bieten eine gute Geräuschisolierung, sind flexibel für verschiedenste Kurvenradien einsetzbar und sehen auch noch ganz realistisch aus. Allerdings sind solche Lösungen schwierig für Weichen umsetzbar und zudem etwas teurer.
Creleo Buchbinderleim, Gleise einschottern

Anzeige: Buchbinderleim trocknet elastisch und ist daher ideal für die Geräuschdämmung.

Wichtig für die Geräuschdämmung ist noch die Klebung der Materialien. Denn genagelte oder geschraubte Verbindungen würden die Geräuschdämmung zunichte machen. Allerdings ist auch nicht jeder Kleber dafür geeignet, insbesondere Weißleim saugt sich in den Kork und ist daher von Nachteil für die Geräuschdämmung. Ideal sind elastisch trocknende Kleber oder Leime.

 

Gleise mit fester Bettung

Verwendet man Gleise mit fester Bettung, wie das verbreitete Märklin C-Gleis, spart man sich viel Arbeit. Auf die Geräuschdämmung sollte man allerdings nicht verzichten, da die Züge sonst sehr laut sind. Hier muss man sich einfach nur für eine Bettung der Wahl entscheiden; die Dicke sollte aber mindestens 3 mm betragen. Nun werden die Bettungen auf das Holz geklebt und anschließend darauf die Gleise – fertig! Wer ein breiteres Schotterbett möchte, kann dieses mit einer selbst angerührten Mischung aus Schotter und verdünntem Kleber selbst formen (siehe Video unten).

Gleise einschottern (ohne feste Bettung)

Fertige Bettungen kaufen

Mit fertigen Bettungen macht man sich das Leben hier fast genauso einfach wie bei den Gleisen mit festen Bettungen. Diese bestehen meistens aus Kunststoff und werden in erster Linie vom Hersteller Noch angeboten. Aufgrund ihrer Elastizität sind sie auch für Flexgleise geeignet. Mit ihnen erreicht man eine gute Geräuschdämmung bei etwas höheren Kosten und geringerem Aufwand. Die Bettungen haben Aussparungen, wo man das Gleis hineindrückt. Das ist prinzipiell schon fest, wenn man sicher gehen möchte, kann man nochmal mit Leim nachhelfen. Man muss also nur die Bettungen auf die Trassen aufkleben und hat in den meisten Fällen eine realistische Gleistrasse. Der Nachteil ist nur, dass man in Hinsicht auf modellbahnerische Gestaltung weniger Freiheiten hat, als wenn man den Schotter selbst auswählt. Die Mössmer-Gleisbettungen, die von Noch vertrieben werden, sind beispielsweise nur in einem Grau- und einem Braunton erhältlich. Wer andere Vorstellungen von der Schotterfarbe hat, muss selbst die Gleise einschottern.

Bettungen selbst bauen und Modellbahnschotter

Modellbahn Gleise einschottern

Anzeige: Brauner Gleisschotter von Noch

Das Verlegen ist hier etwas aufwendiger, da die Bettungen zunächst zurechtgeschnitten werden müssen. Das eigenhändige Einschottern dauert zwar recht lange und ist eine monotone Tätigkeit, aber führt zu besseren Ergebnissen als es fertige Bettungen oder gar Gleise mit festen Bettungen erzielen könnten.

Bettungen bauen

Da die Kork- oder Schaumstoffstreifen dabei später das Gleisbett darstellen sollen, ist es wichtig, sie bereits vorher in die richtige Form zu schneiden, also auch die typische Schräge der Schotterbettungen zu berücksichtigen. Realistische Maße sind eine Höhe von 3 bis 5 mm und eine Breite unten von 4,5 bis 5,5 cm, hier ist es empfehlenswert, selbst zu testen, denn das Aussehen der Bettung ist auch Geschmackssache. Fertig zurechtgeschnittene Korkstreifen mit bereits berücksichtigter Schräge sind aber auch erhältlich und hier sicher die einfachere Wahl. Sobald die Bettungen fertig und auf die Holztrassen aufgeklebt sind, können die Schienen folgen. Eine punktuelle Klebung sollte hier ausreichen, Schrauben oder gar Nägel sind wie gesagt zu vermeiden.

Schotterkleber

Anzeige: Schotterkleber von Busch

Nun folgt die eigentliche Herausforderung beim Gleisbau, denn man will ja in der fertigen Anlage den Kork nicht mehr sehen: Die Bettungen müssen eingeschottert werden. Dafür benötigt man einen eigens dafür hergestellten Schotterkleber und natürlich Modellbahnschotter. Außerdem sind Pinsel verschiedener Größen sehr von Vorteil. Den Schotter erhält man in allen möglichen verschiedenen Farben und Körnungen. Wichtig ist, dass die verwendete Spurweite für die Körnung des Schotters einen Unterschied macht, denn dabei ändert sich ja auch der Maßstab. Für H0 Schotterbettungen, ist eine Größe der einzelnen Steinchen von etwa 0,9 mm maßstabsgetreu, bei Spur N sind es nur noch 0,5 mm. Außerdem sollten der Schotter für eine realistische Optik scharfkantig sein. Eine große Auswahl an Gleisschotter hat man sowohl auf Amazon, als auch beim Hersteller selbst (z. B. Noch, Busch) und natürlich im Fachhandel.

Gleise einschottern

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Anzeige: Mit diesem Hilfsmittel gelingt das Schottern einfach und gleichmäßig.

Sobald der Kleber auf Gleis und Bettung getrocknet ist, wird Schotter zwischen beiden Schienen verteilt. Dieser kann mithilfe eines Pinsels zwischen die Schwellen festgedrückt werden. Danach folgt der Außenrand des Gleises. Zur Portionierung des Schotters gibt es Hilfsmittel, zum Beispiel den Schotterboy von Proses aber auch anderen Herstellern, der direkt auf den Schienen fährt und den Schotter dabei verteilt. Wer per Hand verteilen möchte, kann sich einen Schotterbecher zulegen oder anderweitig improvisieren.

Ist der Schotter gut verteilt, kann man ihn mit Wasser leicht bestäuben (Sprühflasche), um die Fließeigenschaften des Klebers zu verbessern. Der Kleber wird im Anschluss großzügig auf den Schotter geträufelt und sollte schnell einsickern. Jetzt kann man vor dem Trocknen noch Korrekturen vornehmen, am besten mit einem feuchten Pinsel. Ist der Schotter getrocknet, können überschüssige Steinchen anschließend mit einem Staubsauger entfernt werden. Je nach Geschmack kann man anschließend das Gleisbett noch anders einfärben und die Schienenseiten mit Rostfarbe versehen. Eine umfangreiche und anschauliche Anleitung gibt dieses Video:

 

Die nächsten Schritte

Wenn wir mit dem Gleise einschottern fertig sind, haben wir also eine Anlage mit fertigen Gleisen. Nun ist es erstmal Zeit, eine ausgiebige Probefahrt zu machen. Danach kann mit der Landschaftsgestaltung begonnen werden. Das kann durch Styroporplatten erfolgen, die man sich in die gewünschte Form schneiden kann. Alternativ kann man auch eine Drahtkonstruktion bauen. Darauf ist es dann möglich, die Landschaft zu gestalten. Mehr dazu gibt es im nächsten Artikel.

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